Druk bezochte open dag / Tag der offenen Tür Familie Schlüter

 

Op zondag 8 oktober 2017 was er een open dag ter gelegenheid van de ingebruikname van de nieuwe ligboxenstal, melkstal en biogasinstallatie bij de familie Schlüter in Kellinghusen Duitsland.

Am Sonntag, 8. Oktober 2017 war ein Tag der offenen Tür auf der Betriebsstätte von Familie Schlüter statt. Der neue Stall, das Melkhaus sowie die Biogasanlage wurden vorgestellt.

 

 
       De Wopereis Groep feliciteert de familie Schlüter met de nieuwe stal en wensen hen veel succes toe.

       Wopereis gratuliert die Familie Schlüter mit den neuen Stall und wünschen ihnen viel Erfolg.

Familie Schlüter aus Kellinghusen,Kreis Steinburg, hat einen Milchviehstall, ein Melkhaus und eine Biogasanlage am Rande eines Gewerbegebietes auf die grüne Wiese gebaut. Mit einem Tag der offenen Tür soll der Betrieb der Öffentlichkeit vorgestellt werden. 

„Wir melken schon seit einiger Zeit in der neuen Anlage und sind sehr zufrieden mit den Abläufen. Erst wenn man sie benutzt, sieht man, dass die Planungen auf dem Papier vernünftig waren“, sagt Betriebsleiter Simon Schlüter. Er hat viele Ideen aus aller Welt gesammelt und in seinen Neubau einfließen lassen. Zum Beispiel werden Kühe, die zur Besamung oder Behandlung selektiert werden, in der eigenen Gruppe behalten. „Wir können in allen vier Gruppen den Teil mit den Fressfanggittern mittels Schlagbaum abtrennen. So können die Tiere weiterhin ans Futter, sich hinlegen und trinken und können hinterher direkt wieder in die Herde. All dies können wir mit einer Person durchführen, was mir sehr wichtig war. Dadurch erhalten wir in den Herden eine sehr gute Ruhe“, konstatiert er. Die 250 melkenden Kühe sind in vier Gruppen aufgeteilt. Die Frischmelker, die Altmelker und die Tiere, die in der Krankenbox stehen, bilden jeweils eine Gruppe. „Außerdem halten wir eine reine Färsengruppe. Damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Die jungen Kühe sind untereinander wesentlich ausgeglichener und ruhiger, als wenn sie zu den älteren aufgestallt werden. Erst zum Ende der Laktation kommen sie dann zu den Altmelkern hinzu“, erklärt er.

Der Stall ist sehr kompakt gebaut und hat eine Grundfläche von 70 x 70 m Mit zwei Futtertischen ist er als Zwölfreiher für 450 Kühe ausgelegt. Die Tiefboxen werden mit einem Strohhäcksel-Kalkgemisch eingestreut. Die befestigten Laufgänge werden regelmäßig mit einem Mistschieber abgezogen. „Durch die kompakte Bauweise ist das Dach über 15 m hoch, damit wir eine gute Durchlüftung erzielen. Au0erdem haben wir als Besonderheit, dass der Giebel auf 5 m Breite komplett offen und nur mit einem Vogelnetz geschützt ist“, so der Landwirt. Ebenso sind die offenen Seitenwände mit Vogelnetzen abgedichtet. Die Schiebetore werden ebenfalls konsequent geschlossen um eine optimale Trauf-First-Lüftung zu erreichen. „Wer einmal erlebt hat, wie ein Schwarm Stare oder Spatzen den gesamten Futtertisch verdreckt, der ist schnell von der Funktion der Vogelnetze überzeugt“, bemerkt Schlüter. Der Stall ist auf der Längsachse verlängerbar, sodass die doppelte Anzahl Kühe theoretisch möglich wäre.

Die Kühe werden über einen Treibegang zum Wartehof geleitet. Dort passen bis zu 160 Tiere hinein. Mit einem Kuhtreiber wird die Herde vorangetrieben. Der Melkstand ist eine stabile Ausführung der Firma Boumatic „ohne viel Schnickschnack“. Es ist ein 2x16 Side-by-Side-Melkstand mit Schnellaustrieb und Milchmengenmessung. „Wir haben allerdings die Überwachung der Wiederkau- und Fresszeiten über das Halsband im neuen Stall eingeführt. Darauf möchte ich nicht mehr verzichten. Neulich haben wir nur so festgestellt, dass eine Kuh einen verdrehten Blinddarm hatte, da sie seit 24 h nicht mehr gefressen hatte. Durch ein schnelles Eingreifen des Tierarztes konnten wir sie retten und sie ist nun fast wieder fit“, berichtet der Simon Schlüter. In den Rücktreibeweg sind Klauenbäder integriert. Außerdem besteht die Möglichkeit die Kühe am Klauenkippstand zu behandeln. Die Selektion ist computergesteuert und ermöglicht es Simon Schlüter und seinen Mitarbeitern die Tiere zu sortieren.

Die gesamte Gülle des Stalles wird in die eigene Biogasanlage geleitet. „In der Gülle einer Hochleistungsherde steckt noch so viel Energie, dass wir mühelos die 75-kW-Anlage betreiben können ohne weitere Feststoffe zuführen zu müssen. Ich habe gar keinen Feststoffeintrag eingeplant und es funktioniert einwandfrei“, zeigt er auf. Die Gülle wird einmal am Tag aufgerührt und über eine Rohrleitung direkt in die Anlage gepumpt. „Die Erfahrungen, die wir mit unserer 500-kW-Biogasanlage haben, konnten wir bei der Umsetzung gut nutzen. Wir haben uns für einfache und robuste Technik entschieden. Mit der Abwärme heizen wir die Fußbodenheizung im Melkstand.“

Das Melkhaus umfasst neben den  Technikräumen noch ein Büro, Umkleideräume sowie Toiletten für die Angestellten und einen großen Sozialraum inklusive Küchenzeile. „Da wir inzwischen zwei Festangestellte und drei Angestellte auf 450-€-Basis haben, war es uns wichtig einen großen Raum zur Verfügung zu stellen, in dem sich auch mal in der Maisernte ein paar mehr Leute aufhalten können“, sagt der engagierte Landwirt. Der Milchtank steht außen vor dem Melkhaus. Nur die Technik ist innenliegend. Außerdem wird noch ein Reservetank aufgestellt. „Hinter dem Melkhaus sollen die Kälberiglus hin. Damit wir da auch kurze Wege haben, ist ein Raum für die Kälberversorgung inklusive Parkplatz für das Kälbertaxi und Rolltor zur Anlieferung des Milchpulvers eingeplant. Bei den gesamten Planungen habe ich sehr auf Strukturen geachtet“, zeigt Schlüter auf.

Eine Besonderheit ist auch seine Herde. Er hat einen gesamten Tierbestand aus den Niederlanden aufgekauft. „Wir hatten die Chance in den Niederlanden eine der besten Zuchtherden aufzukaufen. Diese haben wir vom Kalb bis zur 100.000-l-Kuh komplett übernommen. In den Niederlanden müssen 200.000 Tiere durch die dortige Düngeverordnung abgestockt werden. Vorher haben wir 90 Tiere in unserem alten Stall von 1983 in der Stadt gemolken. Das war irgendwann nicht mehr tiergerecht, sodass wir entweder aufhören oder neu Bauen mussten. Unsere Entscheidung zum Bauen haben wir nicht bereut. Dabei war die Unterstützung und der Zuspruch, den wir von der Familie und den Freunden bekamen sehr wichtig. Ohne das, hätten wir diesen großen Schritt nicht gewagt. Wir melken sehr gerne im neuen Betrieb und die Kühe sind auch sehr entspannt. Der Schnitt von derzeit 10.000 l soll auf Dauer noch gesteigertwerden“, blickt Schlüter in die Zukunft.